Console

Videos: Console / Text: Malte Schulze
[Vimeo]66508146[/Vimeo]Console – 14 Zero Zero
Der bekannteste Track der Newlectro-Band Console
Im Mai 1999 betritt Martin Gretschmann die Mainstream-Tanzflächen der Elektro-Szene mit seinem Erfolgs-Stück 14 Zero Zero. Vielleicht einigen bekannt aus der 1996 gegründeten Band „The Notwist“, steht Gretschmann im August 2001 sogar der Isländischen Künstlerin Björk beiseite. Der Titel Heirloom ist nahezu unverändert Gretschmanns Werk, der Björk für ihr Album Vespertine genau richtig erschien. Die Instrumental-Vorlage Crabcraft wurde lediglich mit Björks bezaubernder Stimme angereichert. Der Weilheimer (Oberbayern) Elektrokünstler hat eine -für Elektro-Musik One-Man Projekte- umfangreiche Diskografie vorzuweisen. Und sogar Blümchen und Depeche Mode steht Gretschmann mit Rat und Tat beiseite.
[Vimeo]30864165[/Vimeo]Console – A homeless ghost
Zeitlose Videokunst trifft auf obsolete Computerhardware
Thematisch auf unsere Interessen passend, versetzt Gretschmann mit diesem Musikvideo den User in die Situation des Computers. Die immer kürzer werdenden Nutzungszeiträume von Computern (Psychische Obsoleszenz) werden in „A homeless ghost“ verbildlicht. Natürlich kamen bei diesem Videodreh keine C64 zu Schaden. Höchstens der Geist des irgendwann abgeschriebenen Computers wendet sich mit einer Art Klagegesang an den Nutzer. Uns C64-Nutzer ist allerdings nichts zu alt oder wertlos geworden. Und daher schafft es auch Console hin und wieder zu uns auf die Clubseite! Viel Freude am Video.

16 Bit

16 Bit – Changing Minds
Text: Malte Schulze

Elektro und Synth Pop bereichern seit dem legendären Moog Synthesizer die Musiklandschaft. Dank der schnellen Entwicklung der Heimcomputerbranche werden Low-Budget Musikproduktionen in den 80er Jahren möglich. Neben dem Atari 1040ST mit seinem absoluten Kaufargument des eingebauten MIDI-Interfaces buhlt auch der Amiga mit seinem Paula-Soundchip um die Gunst der Musikindustrie.
1986 gab es da Zwei, die eine ganze Ära der Musikgeschichte erhoben: Münzing und Anzilotti.

Studio A von 16 Bit, im Hintergrund die 3,5" Disketten und der eingebaute Atari 1040ST
Studio A von 16 Bit – Im Hintergrund die 3,5″ Disketten und der eingebaute Atari 1040ST (Bild: myspace, 16 Bit)

Ihr eigenes Projekt „16 Bit“ war nur der erste Geniestreich der beiden Frankfurter, die Mitte der 80er zusammen fanden. Wer hätte denn gedacht, dass Snap!, Moses P. und OFF (Sven Väth) durch 16 Bit auf die EmpOHRe gehoben wurden? Zu danken ist den Italienern, die mit der Stilrichtung Italo Disco den deutschen Tanzläden gehörig einheizten. Bei 16 Bit ist es sicherlich die Symbiose aus deutscher Geradlinigkeit und italienischer Empathie, die dem Team auf Treppchen half. Mit einiger Sicherheit ist es aber auch der Heimcomputerindustrie zu verdanken, ohne die heute sicher kein Techno oder Eurodance denkbar wäre.

https://hooktube.com/watch?v=-AQQp30oLMU

POKE 858,1234

Die Equipment-Liste bring es zu Tage, woran sich der Songtext orientiert:
PPG 2,3 (Wave), Akai S 900, Roland MKS-80, Yamaha TX 816, Dynacord Add_one, Roland MSQ 700, Roland SBX 80, Commodore Amiga 500.
Amiga 500! Im Musikvideo sind Grafik-Elemente, z.B. ein fliegendes UFO implementiert. Damals so um 1987 herum war das sicher hohe Technologie. Heute sieht man dem Video das Alter aber an. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat es einen Artikel auf unserer Homepage verdient!

Björk

Björk – Declare Independence
Text: Malte Schulze

Auf dem Volta-Album der Isländischen Singer-Songwriterin Björk (Gudmundsdottier) ist ein Nadeldrucker als Instrument eingesetzt worden. Die Aussage des Liedes, sich unabhängig zu erklären, wird mittels Nadeldruck mit einem 9-Nadel Drucker auf Papier geschlagen, während die Künstlerin wehement gegen die Einschüchterung durch das System wettert.

https://hooktube.com/watch?v=XLCFRo1GlEI

Der Videoartist Michel Gondri (Franzose) setzt dabei auf Armee-Kleidung und durch bewegte Schnüre dargestellte Befehlsabläufe, die nach und nach durch Björks schmetternde Befehlsgabe, sich zu befreien, bunt eingefärbt werden und damit die Gleichtönigkeit und Idiotie des blinden Gehorsams in Frage stellen. Eine ganz mutige, somit außergewöhnliche Musikrichtung (Experimental Independent Electro) mit der unüberhörbaren Aussage, seinen eigenen Weg zu gehen. Natürlich bleibt jedem die Interpretation selbst überlassen.

Interview der Süddeutschen Zeitung mit Björk 2010

Addicted to C64

Im Zuge meines Studiums an der DEKRA Hochschule Berlin habe ich mich zu einem Video-Portrait verführen lassen. Der Dreh fand in der Dozenten-Etage auf dem VIP-Sofa statt. Alles ohne Drehbuch, sehr spontan und vollkommen unvorbereitet. Zufällig hatte ich eine Tastenkappe in meinem Portemonnaie, die auf den Knopf der Brusttasche aufgeklemmt wurde. Die Mütze war eher Mittel zum Zweck denn modisches Accessoire. Prompt noch die mitgeführten DinA4 Ausdrucke an die Wand geklebt und los ging es. Ab 8’30“ geht es los. Viel Spaß 😉

https://hooktube.com/watch?v=lCWOblFZ1xM

Flohmarkt am Vatertag

Was gibt es für einen Mann schöneres als am Vatertag (Christi Himmelfahrt) auf den Flohmarkt zu gehen? Dort findet sich eventuell der Bollerwagen für die Bierkiste(n), die traditionell am 39. Tag nach Ostersonntag umher gezogen werden. „Flaschbier To Go“ hat in Berlin seinen Ursprung. Dieser Wandertag mit Folgen (meist schmerzhafte Ausnüchterungs-Arien) macht Mann gemeinsam mit seinen Freunden seit Ende des 19. Jahrhunderts. Doch nicht jeder Mann unterzieht sich freiwillig einer inneren Desinfektion oder geht gern auf wackligen Beinen gröhlend durch die Stadt.

Ein schöner Familienausflug mit den Kindern oder gar allein ganz entspannt in der Trödelhalle ist geeignet für den Tag der Auffahrt Jesu Christi. Bodenständig bleibt der Jäger und Sammler: Hier ein Kofferradio mit Kassettenteil, dort ein Rubiks Zauberwürfel oder eine Kiste Schallplatten… Es findet sich so allerlei Vergangenes und Liebgewonnenes. So auch in der Trödelhalle zu Spandau.

Und was wäre ein Bericht des C64 Club Berlin ohne C64-Zusammenhang? Nicht publikativ! Also mache ich mich auf die Socken zum Außen- und Innenflohmarkt gegenüber der Zitadelle Spandau. Mein Ziel ist es, ein originales C64 Spiel samt Verpackung, Anleitung und Poster zu ergattern und ganz nebenbei mit dem Verkäufer zu plaudern.

Ick stehe uff da Brücke
Und spuck‘ in’n Kahn,
Da freut sich de Spucke,
Det se Kahn fahren kann.

Trödelhalle-ParkplatzAnreisen kann man entweder mit dem Auto, wenn die Absicht besteht, etwas größeres mitzunehmen oder mit dem Bus X33 bis Märkisches Viertel oder mit der U7 bis Zitadelle (kleiner Fußmarsch nötig). Parkplätze sind reichlich vorhanden. Wird das Fahrrad bevorzugt, ist auch ein kleiner Abstecher zur Schleuse Spandau drin. Zur Stärkung nach der Radtour lädt das Bistro im Trödelmarkt ein. Hier gibt es Hausmannskost zum Herrentag. Ordentlich große Buletten, Wiener mit Schrippe und eine anständig typisch-berlinerische Begrüßung im Berlin-Dialekt.

Ick sitz’ am Tisch und esse Klops,
uff eenmal klopp’s.
Ick kieke, staune, wunda mir,
uff eenmal jeht se uff, de Tier!
„Nanu!“, denk’ ick, ick denk’: „Nanu?
Jetz isse uff, erst war se zu?!“
Ick jehe raus und kieke
und wer steht draußen? … Icke.

KäferblumenDoch außer einem Konsolenspiele-Händler finde ich nichts und niemanden, der mein Ziel näher bringt. Ich gehe durch die vier Hallen und finde eine Menge Kleidung, Möbel, Schallplatten und Teppiche. Zuletzt stehe ich wieder am Startpunkt und schaue einem Käfer auf den Hintern.

Scheinbar sitzt der C64 Club Berlin auf einem Goldschatz. Niemand hat mehr die begehrten Edelsteine der 90-er Spieleindustrie. Ich mache mir nichts draus, fahre nach Hause und schalte den SX64 ein; für eine Runde Archon.

2000 Euro C64-Anlage

Genau 33 Jahre ist der C64 jetzt alt. Eine Schnapszahl, die zu Trinkspruchanekdoten verführt. 33 Jahre schlechtestes BASIC der Heimcomputer-Ära. 33 Jahre langsamstes Diskettenlaufwerk der Welt. Aber auch 33 Jahre Erinnerung an die Kindheit, das erste selbstgeschriebene Programm, die ersten Highscores und zerbrochenen Joysticks. Dieser Lebensabschnitt ist unbezahlbar. Wie wäre es, das wieder zu bekommen… Auch unbezahlbar?

Ein möglicher Kassenbon aus dem Jahr 1982 könnte so aussehen:

Commodore 64 Heimcomputer 1395 DM
Commodore 1541 Diskettenlaufwerk 1898 DM
Summe: 3293 DM

Bei einem Monatslohn von damals umgerechnet ~ 900 Euro also kein Pappenstiel.

2015 ist der damalige Kaufpreis für ein Prestigeobjekt (C64, nicht Apple!) also gar nicht mal so hoch. Das Beste kommt aber jetzt: Der SX64, das iPad der 80’er Jahre… naja viel mehr der Schlepptop unter den mobilen Computern. Seine Tastatur war nach Gebrauch einer weiteren Funktion vorgesehen: Dem Deckel zum Schutz des eingebauten Farb-Bildschirmes und 170kB Diskettenlaufwerks. Der Griff am SX64 diente nach dem Transport in das Café International zum Ankippen des Computers.

SX64 transportbereit
SX64 transportbereit (Quelle: C64-Wiki.de)
SX64 betriebsbereit (Quelle: C64-Wiki.de)
SX64 betriebsbereit (Quelle: C64-Wiki.de)

 

 

 

 

 

 

Zur Markteinführung 1983 war der SX64 (C64 Executable) mit 10.000 US$ nicht dem Spielerkreis angedacht. Der sportliche Geschäftsmann sollte am Pool seine „Excel Tabellen“ und „Word Dokumente“ bearbeiten können. Platz für seine Geschäftsbriefe fand sich in der „storage“, dem Kunststoff-Fach über dem eingebauten Diskettenlaufwerk. Die Disketten passten hier nur längs mit der Diskettenhülle seitlich in das Fach. Wenn sie breit, wie in das Laufwerk eingeschoben, in Einschubrichtung sowie dem Papiertütchen ein’lagert‘ wurden, bogen sie sich durch. Das Fach war dafür zu schmal.
Oh, eine schöne Frau im Bikini!

Sind das nicht auch heute noch gute Argumente für eine Anschaffung?
Geld! Erfolg! Frauen! Ansehen!
Wenn das keine 2000 Euro wert ist,
sich noch einmal einen fabrikneuen oder New Old Stock SX64 anzuschaffen!

Endlich mobil sein, Metal Dust auf der Super CPU spielen:

2000 Euro C64
Auf dem Foto zu sehen sind:
C64 Executive (SX64) mit eingesteckter CMD Super-CPU (65816@20MHz w/16MB)
1541 Gehäuse mit CD-ROM, 160GB HDD und eigener Stromversorgung
Commodore 1581 3,5″ Diskettenlaufwerk (mit JiffyDOS) 800kByte

Commodore64 today

Once in a while, the old Commodore homecomputer pops up in the modern world of 2014. And once again Thunder.Bird, the founder of the Commodore C64 Club Berlin sits in front of his beloved computer. Every odd weekend of July and August 2014, he promoted the beloved computer in the Computer Spiele Museum in Berlin. You may have visited him and played the old classic games like Giana Sisters, listened to 8-bit music and had a smalltalk about the old times.

The Commodore C64 „Breadbin“ is the first affordable homecomputer in 1982. It was the first one with colour graphics in high resolution, 3-channel synthesizer music, a real keyboard, cozy design and the lowest price. It was sold over 15 Million times between 1982 and 1994, the year Commodore went bankrupt.

C64 Set-Up im CSM Berlin (c)Thunder.Bird
C64 Set-Up at CSM Berlin (c)Thunder.Bird

Whats the normal athmosphere in a museum, do you think? Its quiet, forbidden to touch or photograph anything and you will be watched. But not the weekends, when Malte Schulze has his C64 Set connected and powered there. Then, the athmosphere is a bit like a party weekend, where old friends meet to have a drink or two and to have fun.

Party weekends with the old C64 are held every then and when since ~1989 until now, with no sign of an end. All friends of old computers meet there, from Friday to Sunday, to play the classics, but also to code new games and programs. The average age of a so-called Nerd is around 32 years. He isn’t shy and doesn’t look ugly, like some people may think about a computer Nerd. Those symposia are visited very well: The biggest C64-only meeting counts around 350 visitors!

What can one do with an old computer like the C64 today? Well the answer is that easy: Everything (and more) like with a modern Personal Computer. Of course the graphic capabilities are low. Consider a mobile phone. It has better graphics. But the games are more or less equal to modern mobile phone games. And the gameplay is much more addictive on the C64. There are people, that wrote their doctor work on the C64. Desktop Publishing also is possible as well as networking over the Internet. There even isn’t any virus, that could harm the C64, because no hacker wants to kill his darlings. And there is no excuse, not to set up the C64 again today, because it takes less space than a desktop PC, it consumes a tenth of the power of a PC. The C64 doesn’t even need a special monitor. A normal TV set will do. And there are existing over a million of games, all without the need of online-registering or any spy-action over the internet 😉

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